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Algen-Kongress, quo vadis?

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Algen-Kongress

 

Ein neues Jahr ist angebrochen, Zeit eine Rückblick auf die Algen-Event-Saison 2012 zu werfen. Um es kurz zusammen zu fassen – ein Algen-Kongress jagt den nächsten, die meisten dort vorgetragenen Fakten sind bekannt und die Algen-Szene wächst zu einer großen Familie zusammen. Letzteres sicherlich nicht, weil man sich gegenseitig so lieb hätte, sondern eher aus einem Gewöhnungseffekt, da man so viel Zeit miteinander verbringt…

Als ich vor Kurzem wieder einmal auf einem der einschlägigen Events im Bereich der Algenbiotechnologie unterwegs war, fiel mir auf, welche Misere die Szene plagt – es ist der Mangel an interessanten Neuigkeiten, die einen packenden Vortrag ausmachen. Das ist nicht in erster Linie allein den Akteuren geschuldet, sondern vor allem auch der Tatsache, dass es einfach zu viele Algen-Events für zu wenige Interessenten und vor allem Referenten gibt. Zwangsläufig führt das zu einer erhöhten Vortragssequenz der immer gleichen Protagonisten. Diese haben aufgrund der kurzen zeitlichen Abstände ihrer Bühnenpräsenz oft nicht viel Neues vorzuweisen. Und das (in Einzelfällen) leider zum Teil auch schon seit Jahren.

Dabei etabliert sich scheinbar ein neues Geschäftsmodell in der Algenbiotechnologie – der Vortragsreisende. Es scheint unerklärlicher Weise durchaus lukrativ zu sein, auf jeden auch nur im Ansatz mit Algen in Verbindung zu bringenden Kongress des Planeten, das Rednerpult zu zieren. Als neutrale Betrachter scheinen mir dadurch große Teile der Wertschöpfung in der Algenbiotechnologie realisiert zu werden.

Aber Schluss mit dem Sarkasmus. Fakt ist, dass sich zu viele Algen-Veranstaltungen mit immer dem gleichen Muster um Teilnehmer bemühen. Die Events kannibalisieren sich gegenseitig und haben wenig Mut zu eigenem Profil. Scheinbar ist dieses Prinzip aktuell noch zu halten. Dennoch denke ich, dass sich viele der Teilnehmer ein bisschen mehr „Kundenorientierung“ wünschen würden. Ich denke, es gibt viele interessante Möglichkeiten aus den üblichen Strukturen auszubrechen und auch Teilnehmer aus angrenzenden Bereichen oder aus aktuellen und zukünftigen Märkten für Mikroalgen anzuziehen.

Ein Kongress darf aus meiner Sicht seinen Teilnehmern durchaus auch gezielte Möglichkeiten offerieren, Kontakte zu Kunden, Lieferanten etc. zu machen. Oder innovative Workshops anbieten, um aktuellen Problemstellungen in größerer Runde zu Leibe zu rücken, oder, oder, oder. Ideen und Vorbilder gibt es genug. Wie dem auch sei, hier ist oftmals das Problem, dass die Kongresse von professionellen Dienstleister organisiert werden, die meist wenig Bezug zur „Algen-Szene“ haben.

Wie auch immer sich 2013 die Welt der Algen-Kongresse entwickelt, ich hoffe man versteht an der einen oder anderen Stelle, dass man mit etwas Optimierung die Chance auf einen klaren Wettbewerbsvorteil hat. Denn das was ich hier verfasst habe ist nicht meine Meinung allein. Viele Teilnehmer vergangener Veranstaltungen teilen meine Einschätzung. Und bei der Vielzahl der Kongresse die uns erwartet, werden sich eher die durchsetzen, die inhaltlich und organisatorisch mehr bieten als der Durchschnitt. Es ist Zeit für neue Ideen!

[Vielleicht interessiert Sie auch der Bericht vom European Workshop Biotechnology of Microalgae]

 Sie sind anderer Meinung? Lassen Sie es mich wissen und kommentieren Sie!

 

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