Algen im Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“

Das BMEL hat gestern die Neuauflage und Neuausrichtung des Förderprogramms „Nachwachsende Rohstoffe“ bekannt gegeben. Aktuell ist es mit knapp 60 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt unterlegt. Einer der Förderschwerpunkte bezieht sich direkt auf Algen, was eine interessante Förderoption für deutsche Unternehmen darstellt.

Ziel des überarbeiteten Förderprogramms „Nachwachsende Rohstoffe“ ist die Weiterentwicklung einer nachhaltigen Bioökonomie. Dabei unterstützt das BMEL Forschungsansätze für innovative, international wettbewerbsfähige biobasierte Produkte und Energieträger sowie innovative Verfahren und Technologien zu deren Herstellung. Es wird hierbei ein Fokus auf eine sozialverträgliche Bioökonomie gelegt.

UPDATE: Frau Richter von der FNR, hat beim Bundesalgenstammtisch 2015 einen Vortrag zum Thema Vortrag „Die Rolle von Algen im Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe – laufende Fördermaßnahmen und Perspektiven für zukünftige Fördermaßnahmen“ gehalten und mir diesen netterweise zur Veröffentlichung im AlgaeObserver zur Verfügung gestellt. Den Vortrag finden Sie hier als pdf.

Was ist der Fokus des Programms?

Verschiedene Förderschwerpunkte sind genannt, in denen sich sicherlich auch algen-basierte Technologien wieder finden, besonders spannend ist allerdings die explizite Nennung von „aquatischen Systemen“ die Algen, Cyanobakterien und Wasserpflanzen umfassen.

Das BMEL formuliert: „Zentrales Ziel dieses Förderschwerpunktes ist die Entwicklung und Erprobung nachhaltiger und wirtschaftliche tragfähiger Produktionssysteme für aquatische Verfahren zur Gewinnung biogener Wertstoffe und Energieträger“.

Was wird gefördert?

Es werden Forschungs- Entwicklungs- und Demonstrationsvorhaben unterstützt, in denen:

  • Strategien für die integrierte, nachhaltige Nutzung nachwachsender Ressourcen und biobasierter Produkte im gesellschaftlichen Diskurs entwickelt und gegebenenfalls implementiert werden. die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Bioökonomie untersucht und nötige Anpassungsmaßnahmen identifiziert werden.
  • ressourceneffiziente, umweltschonende und wertschöpfende Prozesse und/oder potenziell marktfähige, biobasierte Produkte entwickelt werden.
  • Technologieorientierte Vorhaben müssen zusätzlich beträchtliche Vorteile bezüglich Ressourceneffizienz und des gegenwärtigen Standes der Technik in Aussicht stellen.

Was ich besonders begrüße, ist die explizite Einbeziehung von einem Dialog mit der Gesellschaft der vom BMEL eingefordert wird. Die Ergebnisse aus den Projekten sollen dazu auch der Öffentlichkeit präsentiert werden, nur so kann ein Verständnis für den technologischen Wandel erzeugt werden!

 Was für Formen der Förderung gibt es?

Das BMEL unterscheidet zwischen vier Formen der Förderung die sich prozentual in der Höhe der Zuwendung unterscheiden. Der Anteil kann bei Erfüllung bestimmter Kriterien noch erhöht werden. Die Projektförderung wird als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt.

  • Grundlagenforschung (100% der beihilfefähigen Kosten)
  • Industrielle Forschung (50% der beihilfefähigen Kosten)
  • Experimentelle Entwicklung (25 % der beihilfefähigen Kosten)
  • Durchführbarkeitsstudie (50 % der beihilfefähigen Kosten)

Wer wird gefördert?

Generell kann eine natürliche oder eine juristische Person, die eine Niederlassung in der Bundesrepublik Deutschland hat, Zuwendungsempfänger werden.

Mehr Details zu den Regularien finden sich in dem vom BMEL herausgegebenen Dokument zum Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe und in der Dokumentation der Förderschwerpunkte.

Wenn Sie eine gute Idee haben und noch Partner suchen, wenden Sie sich gerne an mich – vielleicht findet sich in meinem Netzwerk ein Unternehmen oder eine Forschungseinrichtung, die zu Ihnen passt…!