permalink

2

Algen-StartUp – wie man Investoren überzeugt

Tweet about this on TwitterShare on FacebookShare on LinkedInShare on Google+Email this to someone ... thanks for sharing!

Algenbiotechnologie ist ein Feld, das durchaus interessant für Investoren sein kann. Mit dem richtigen Geschäftsmodell in den richtigen Märkten, sind hier durchaus gute Gewinne und damit auch hohe Renditen für den Investor zu realisieren. Allerdings muss sich das Risiko für den Geldgeber lohnen, das bedeutet die angestrebte Rendite muss erreichbar und ein Exit-Szenario nach ein paar Jahren gegeben sein (z.B. Verkauf des Unternehmens oder Börsengang). Eine Investitionsentscheidung wird niemals aus einem Bauchgefühl erfolgen, sondern immer auf einem konkreten Business Case aufsetzen. Damit dieser für den Investor klar attraktiv wird, gilt es ein paar Punkte zu beachten, vor allem in der Vorbereitung der Gespräche.

Für das Algenbiotechnologie-Unternehmen ist es wichtig, dem potentiellen Investor auf der einen Seite die Chancen des Produktes auf dem Zielmarkt aufzuzeigen, auf der anderen Seite aber auch Lösungen zur Minimierung möglicher Risiken zu kommunizieren. Aktuell ist natürlich das Thema Energieträger aus Algen für Inverstoren interessant – der Markt und der Bedarf sind nachvollziehbar vorhanden. Das Bewusstsein für die Risiken einer “Ein-Produkt-Startegie” und die Potentiale in anderen Bereichen (Food, Feed) lassen hier auch andere Geschäftsmodelle und Märkte zu. Nur zu gut sind gerade in Europa noch die so genannten “Flamingo-Companies” bekannt, die all Ihre Hoffnungen auf ein einzelnes Produkt gelegt haben und im Zuge des Platzens der Biotech-Blase reihenweise hinweggefegt wurden.

Idealerweise sollte man sich vor dem Gespräch Gedanken machen, was dem Investor wichtig ist. Dieses Thema bietet Raum für viele Seiten, aber hier ein paar Punkte die beachtet werden sollten, um potentielle Geldgeber nicht vorzeitig zum Abbruch der Gespräche zu verleiten. Dass ein gut formulierter und ansprechend gestalteter Businessplan vorhanden ist, setze ich mal voraus…

  1. Sie sollten wissen was für ein Investitionsvolumen Sie benötigen. Das Volumen bedingt die Zielgruppe der Investoren, die Sie auf Ihr Algen-StartUp aufmerksam machen wollen. Ein Business Angel wird meist nicht gewillt sein, hohe Millionenbeträge zu investieren und die einschlägigen Risikokapitalgesellschaften interessieren sich nicht für „kleine Beträge“. Eventuell macht es Sinn, sich eine Strategie zu überlegen, die sich auf mehrere Finanzierungsrunden verteilt
  2. Der Faktor Mensch ist für Investoren immer entscheidend. Wenn Sie und Ihr Gründerteam nicht überzeugen können, hilft Ihnen der beste Businessplan nichts. Für den Markterfolg ist nicht die Theorie sondern die Umsetzung entscheidend. Sie sollten in der Lage sein, die unternehmerischen Erfolge, Stärken der Gründer und ihr Netzwerk darstellen zu können. Man muss Ihnen zutrauen, auch Schwierigkeiten entlang der weiteren Entwicklung Ihres Algen-Unternehmens meistern zu können. Sollte Ihr Team noch Schwächen an der einen oder andere Stellen haben, ist das kein Problem, solange Sie in der Lage sind Lösungen dafür aufzuzeigen (z.B. durch neue Mitarbeiter).
  3. Wenn Sie Ihre Idee präsentieren sollten Sie den aktuellen Stand der Konkurrenz in der Algenbiotechnlogie kennen. Wenn Sie es nicht schon tun, aktualisieren Sie die Wettbewerbsanalyse ihres Businessplans. Gehen Sie davon aus, dass Fragen zur Konkurrenz kommen und bereiten Sie sich darauf vor darzustellen, warum Ihr Algen-StartUp gegen die anderen Algen-Unternehmen am Markt Erfolg haben wird. Vergessen Sie hier auch nicht, sich eingehend mit der Zukunft auseinander zu setzen – der Stand heute ist nicht halb so interessant wie Ihre Einschätzung bezüglich der Entwicklung der Konkurrenten in den nächsten Jahren.
  4. Selbstverständlich sollten Sie Ihren relevanten Markt in und auswendig kennen und auch Abgrenzungen zum Gesamtmarkt definieren können. Egal ob es sich beim Produkt um Mikroalgen, Algen-Wertstoffe oder Photobioreaktoren handelt. Aber nicht nur der Markt ist wichtig, auch Ihre Strategie sich in der jeweiligen spezifischen Wertschöpfungskette zu positionieren sollte schlüssig mit Ihrem Geschäftsmodell sein. Dazu gehört eine fundierte Vertriebstrategie, denn nicht mit der Herstellung von Produkten verdient man Geld, sondern mit dem Verkauf.
  5. Ausgesprochen wichtig für Investoren (gerade auf dem hoch innovativen Gebiet der Algenbiotechnologie) ist die Sicherung des IP und der Vorsprung den Sie vor der Konkurrenz haben. Stellen Sie sicher, dass Sie ganz klar den zeitlichen Entwicklungsvorsprung Ihrer Technologie darstellen können und über eine solide Patentgrundlage verfügen (wenn das Ihrer Strategie entspricht). Erwarten Sie auf jeden Fall die Frage nach dem „freedom to operate“, das bedeutet, ob Ihre Patente durch andere Patente eingeschränkt werden.
  6. Sehr wichtig, gerade für Entwickler von innovativen Photobioreaktoren, ist die Skalierbarkeit der Technologie. Gibt es echte „economies of scale“ oder werden Module hergestellt die durch ein „numbering up“ große Flächen einnehmen? Machen Sie sich dazu Gedanken und versuchen Sie Ihre Annahmen dazu auf eine solide Grundlage zu stellen.
  7. Machen Sie sich Gedanken, was Sie von dem Investor erwarten. Seine Sie auch realistisch bezüglich der Zusammenarbeit mit einen Firma oder eine Person die viel Geld in Ihr Algen-StartUp investiert hat. Erwarten Sie hier ein klares Interesse am Markterfolg und wenig Verständnis für Ansätze von Technologie-Verliebtheit.
  8. Seien Sie bereit Ihre Existenz (zumindest Ihre finanzielle) an das Gelingen der Unternehmung zu knüpfen. Denn nur dann kann der Geldgeber sicher sein, dass Sie von der Unternehmung überzeugt sind und bereit sind alles zu tun um das Algen-StartUp zu einem Erfolg werden zu lassen. Wenn Sie sich nicht mit eigenen Ersparnissen beteiligen wollen – warum sollte es dann ein Investor tun?

 

2 Comments

    • Hallo, das kann man leider pauschal nicht einfach beantworten. Wenn Sie sich für ein System entscheiden (offen, geschlossen, Art des Photobioreaktors) werden Sie die Anbieter einfach identifizieren können.
      VG, T. Enderle

Leave a Reply

Required fields are marked *.