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USA testen Algendiesel für den Schiffsverkehr

Algendiesel für den Schiffsverkehr

 

Die Schifffahrtsverwaltung des US-Verkehrsministeriums hat erste Tests mit Algendiesel zum Einsatz in der kommerziellen Schifffahrt durchgeführt. Erste Ergebnisse bestätigten die Erwartung, dass der Algenkraftstoff nicht nur problemlos einsetzbar, sondern im Betrieb sogar vorteilhaft sein kann.

Die Tests wurden in einer Kooperation vom US-Verteidigungsministerium und dem US-Verkehrsministerium durchgeführt. Übergeordnetes Ziel der gemeinsamen Aktivitäten ist die Verringerung der nationalen Abhängigkeit von Erdölimporten in die USA. Dieses Ziel ist schon seit längerem Basis politischer und wirtschaftlicher Bemühungen und führt dazu, dass hohe Summen an Fördergeldern für innovative Biokraftstoffe zur Verfügung gestellt werden. Hiervon profitieren vor allem auch die amerikanischen Entwickler von Algenkraftstoffen.

Die aktuell veröffentlichten Versuchsreihen wurden über drei Monate hinweg von September bis November 2011 auf der T/S STATE OF MICHIGAN durchgeführt. Das Schiff befindet sich im Besitz der Schifffahrtsverwaltung und wird von der Great Lakes Maritime Academy in Traverse City, Michigan betrieben. Im Verlauf der Tests wurden verschiedene Parameter im laufenden Betrieb der Motoren untersucht und eine Abgasmessung durchgeführt, technische Details und Analysen sind in dem unten verlinkten Dokument zu finden.

Biodiesel wurde schon in früheren Versuchen auf seine Tauglichkeit im marinen Schiffsverkehr getestet. Hier wurde allerdings kein normaler FAME (Fatty Acid Methy Ester), also herkömmlicher Biodiesel eingesetzt, sondern ein hydriertes Algenöl. Dieses Produkt ist ein synthetischer Algendiesel, der nahezu vollständig aus hoch gesättigten Kohlenstoffketten besteht.

Zum Einsatz kam eine Mischung aus Algenkraftstoff und Diesel mit niedrigem Schwefelgehalt (Ultra Low Sulfur Diesel, ULSD) im Verhältnis 50/50. Insgesamt wurden das Gemisch über eine Laufzeit von 440 Stunden zugeführt und dabei 9500 Gallonen (ca. 36.000 Liter) des Kraftstoff-Mix verbraucht. Getestet wurde sowohl während der Fahrt als auch am Pier. Die Abgasmessungen wurden im laufenden Betrieb auf dem Michigansee durchgeführt.

Ergebnis: Algendiesel hat Zukunft

Im Vergleich zu normalen ULSD konnte das Gemisch mit niedrigeren Werten von NOx (-10%), CO (-18%), CO2 (-5%) und Feinstaub punkten. Am Motor wurden keine Auffälligkeiten durch den Einsatz des Algendiesels identifiziert. In Anbetracht der positiven Ergebnisse, sieht die US-Schifffahrtsverwaltung die eingesetzte Kraftstoffmischung als einen adäquaten Ersatz (Drop In) für den ULS Diesel an. Selbstverständlich nur für Schiffe, die ähnliche Schiffsdiesel haben wie die T/S STATE OF MICHIGAN…

Allerdings würde ich mich zu der Aussage hinreißen lassen, dass eine entsprechende Mixtur aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften sich generell ziemlich problemlos als „Drop In Kraftstoff“ einsetzen lassen sollte. Abschließend sein noch bemerkt, dass der Zusatz von Algendiesel zum ULSD mit einem verbesserten Heizwert des Gemisches einherging. Das bedeutete faktisch, dass auch ein leicht verbesserter (d.h. geringerer) Dieselverbrauch gemessen wurde. Das wurde nicht nur in dieser aktuellen Versuchsreihe zum maritimen Einsatz festgestellt, auch EADS ließ diese Tatsache bei Ihren Tests mit Algenkerosin in 2010 verlautbaren. Hier Stand allerdings die Nutzung des Algenbiodiesels in der Luftfahrt im Vordergrund.

Den ausführlichen Report mit allen Analysen finden Sie HIER 

 

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