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Almagin – Markteinführung des Algenmehls zur Fettreduktion

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Solazyme-Roquette Nutritionals wird sein Almagin-Algenmehl auf den europäischen Markt bringen. Das Unternehmen beschreibt das Algenmehl als eine gesunde Alternative zum Einsatz von Nahrungsfetten in Lebensmitteln. Nach Aussagen von Solazyme-Roquette Nutritionals, bietet Almagin damit eine Lösung zur Verbesserung der Nährwertprofile bei einer Vielzahl von Produkten, wie z.B. Backwaren, Getränke oder auch gefrorenen Desserts.

Almagin Algenmehl wird als Lebensmittelzutat in Vollwertkost eingesetzt werden, und soll wenig gesättigte Fettsäuren, Cholesterin und Kalorien enthalten. Dafür liefert es Ballaststoffe und Eiweiß. Das Hauptaugenmerk der Lebensmittelindustrie dürfte allerdings darauf liegen, dass die Endproduktqualität verbraucherfreundlich ist. Laut Aussagen von Solazyme-Roquette Nutritionals wird beim Einsatz von Almagin das gleiche Mundgefühl und die gleiche Konsistenz wie bei nicht kalorienreduzierte Speisen erzeugt.

Das Algenmehl ist nur der erste Schritt des Unternehmens. Generelles Ziel von Solazyme-Roquette Nutritionals ist es, Produkte aus Mikroalgen zu entwickeln, die in unserem Essen zum Einsatz kommen. Diese sollten nachhaltig sein und in den Lebensmitteln für Geschmack, Gesundheit und Funktionalität sorgen. Ein bisschen mehr lässt sich erahnen, da sich Solazyme schon länger intensiv mit dem Thema “Herz-Gesundheit” auseinander setzt. Man kann davon ausgehen, dass wir hier Produkte sehen werden, die sich mit der Optimierung der Blutfettwerte auseinander setzen. Allerdings schließt das Unternehmen ein größeres Engagement in Bereich der Nahrungsergänzungsmittel aus. Die Strategie geht ganz klar hin zu den großen und weiterhin wachsenden Märkten im Bereich Funktionale Lebensmittel (Functional Food). Das zeigt auch das zweite Produkt, dass sich auf der Webseite finden lässt Altein ist Protein aus Algen – ein sinnvoller Ansatz, da in Mikroalgen ein hoher Anteil der chemischen Zusammensetzung aus Protein bestehen kann.

Zur Historie von Roquette

Schon länger beschäftigt sich der französische Nahrungsmittelkonzern Roquette intensiv mit der Nutzung von Mikroalgen. Bekannt ist dieser eigentlich für seinen Fokus auf Kohlehydrate wie die Produktion von Stärke und Zucker. Im Februar 2008 wurde die Bioprodukte Prof. Steinberg Produktions- und Vertriebs GmbH & Co. KG von Roquette Fréres akquiriert und firmiert seit März 2011 unter dem Namen Roquette Klötze GmbH & Co. KG als hundertprozentige Tochter des Konzerns. Auch das Programm Algohub mit 13 Partnern wurde von Roquette initiiert und forschte an Stoffen wie Lutein, Astaxanthin und Omega3-Fettsäuren.

Einem entscheidenden Schritt tat das Unternehmen Ende des Jahres 2010, in dem mit dem amerikanischen Unternehmen Solazyme eine gemeinsame Vertriebsgesellschaft (Solazyme-Roquette Nutritionals) gegründet wurde. Wie bereits hier beschrieben, hat sich Solazyme neben seinen Aktivitäten im Biokraftstoffbereich auch um die näher erreichbaren Märkte gekümmert. Solazymes Algenmehlprodukte, die eine Reduktion des Fettgehalts um bis zu 70% (bei hoher Qualität des Produktes) erlaubten, ließen Roquette aufmerksam werden.

Fazit

Der Launch der Produkte Almagin-Algenmehl und Altein ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie viel Möglichkeiten die Mikroalgen bieten. Aber – das Potenzial der Algen kann ausschließlich dann gehoben werden, wenn die forschenden- und produzierenden Unternehmen sich mit den potentiellen Abnehmern zusammen tun und anfangen die Märkte und die Bedürfnisse der Konsumenten zu begreifen. Erst dann kann der Einsatz von Mikroalgen über den proklamierten Gesundheitsaspekt hinaus (und ein bisschen Farbgebung in Backwaren und Hundeknochen) es schaffen, einen Milliardenmarkt zu erobern. Und das sind die Märkte im Bereich der Functional Foods auf jeden Fall, da es sich hier um klassische Volumenmärkte handelt. Mit diesen Ansätzen wird eine Querfinanzierung der Biotreibstoffe erst möglich.

Es ist durchaus anzunehmen, dass derjenige, der die sich Marktmacht in diesem Bereich (Food&Feed) sichern kann, auch ein solides Gerüst für seine Biokraftstoff Ansätze schafft und als erster die Möglichkeit realisiert zu marktgerechten Preisen Algentreibstoff anzubieten. Denn je nach Organismus werden neben den Lipiden, die in die Biokraftstoffproduktion fließen, noch 50-80% Restbiomasse zu verarbeiten sein. Und wie wir lernen, ist dies ein durchaus interessanter und lukrativer Markt für Algeninhaltsstoffe – ich gehe davon aus, dass wir neben dem Algenmehl zukünftig noch weitere Produkte sehen werden.

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