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Das „Algenative Rechenzentrum“

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algenatives_rechenzentrum

Prior1 GmbH, St. Augustin 20.11.2013 – Dass die Ressourcen der Erde endlich sind und zur Neige gehen, hat jedes Kind verstanden. Wer klug ist, macht deshalb nicht weiter wie vorher. In der IT-Branche versuchen alle, möglichst immer sparsamer zu werden, auch wenn die ausgeklügelten Systeme dadurch immer teurer werden.

Der nordrhein-westfälische Rechenzentrumsbauer PRIOR1, schon im letzten Jahr für ein innovatives Fallwindkraftwerk ausgezeichnet, versucht einen anderen Weg. Sein zusammen mit dem Architekten Bernd Schenk aus Frankfurt entwickeltes visionäres „Algenatives Rechenzentrum“ hat bereits drei internationale Preise gewonnen, unter anderem den Deutschen Rechenzentrumspreis 2013, 2. Platz in der Kategorie „visionäre Rechenzentrumsarchitektur“.

Leben im Jahr 2030

Die Ausgangsfrage der Entwickler lautete: Wie werden die Menschen in den Jahren 2030 bis 2050 leben? Nach Schätzungen wohnen dann 69 % der Weltbevölkerung in Großstädten. In Großstädten, die voraussichtlich noch mehr Rechenzentren als heute brauchen werden.

Vom Consumer zum Prosumer

Die Entwickler von PRIOR1 überlegten sich: Warum verkrampft immer nur den einen Weg gehen, immer ressourcensparendere und teurere Technologien zu entwickeln – warum die Sachlage nicht umdrehen: das Rechenzentrum vom Konsumenten zum Produzenten machen? Schließlich entstehen im Rechenzentrum auch „Abfallprodukte“ wie warme Abluft, die heute noch ungenutzt weggeworfen werden, aber in anderen Energiekreisläufen wieder genutzt werden könnten.

 Von der Natur lernen

Warum nicht Kreisläufe sinnvoll miteinander verknüpfen, so wie es uns die Natur vormacht, und zwar in einer Umgebung, in der das Rechenzentrum gebraucht wird – nicht draußen weit weg in dunklen Hallen, sondern mitten in der Gesellschaft –, um ein autonomes Rechenzentrum zu erbauen, das von der Umgebung nichts nimmt, sondern ihr etwas zurückgibt?

„Unmöglich“,

war auch bei PRIOR1 zuerst der Tenor. Aber etwas Gutes, das als unmöglich gilt, stachelt bei innovativen Menschen den Ehrgeiz an. Senior Sales Manager Oliver Fronk von PRIOR1 und der ebenso innovativ denkende Architekt Bernd Schenk setzten sich so lange zusammen, bis die Vision stand: das Algenative Rechenzentrum.

Die Vision

Ein Hochhaus mitten in der Stadt. Große Teile der Fassade sind mit attraktiven grünen Algenpaneelen behangen. Zusätzlich werden an den Gebäudeecken starke Winde über Windvektoren aufgefangen.

Das 16 Stockwerke umfassende Haus ist als ein sich selbst versorgender, lebensfreundlicher Mikrokosmos entworfen, der allen Lebensbereichen Raum gibt. Das Rechenzentrum befindet sich im sicheren Kernbereich des zweiten bis vierten Stockwerks. Drumherum verteilen sich Wohnungen und Büros, Kindertagesstätte, Einkaufsmöglichkeiten, Fitness, Ausstellungsflächen, Verwaltung und mehr. Während im Erdgeschoss Tankstellen für E-Cars und E-Bikes bereitstehen, befinden sich oberen Bereich Spielplätze, Gärten und eine komplett naturbelassene Zone als „grüne Insel“ in der Stadt. Aufgenommen ist im Konzept auch die Idee des Vertical Farmings: senkrecht angeordnete Pflanzflächen für Gemüse, Obst etc. über drei Etagen auf etwa 46.000 m2 Nutzfläche.

 Energiekreisläufe im Haus

Nun zu den wichtigen Fakten: Das Rechenzentrum-Hochhaus ist autark. Die Algen in den Paneelen und in zusätzlichen Algentanks im Keller erzeugen Methangas, das in zwei Blockheizkraftwerken im Haus in Strom fürs Rechenzentrum umgewandelt wird. Das in den Blockheizkraftwerken entstehende CO2 wird zu den Algen zurückgeführt, die dadurch mehr Biomasse produzieren. Ebenso kehrt die Abwärme vom Rechenzentrum zu den Algen zurück, die warme Temperaturen lieben. Die Windvektoren an den Gebäudeecken produzieren Strom für LEDs, die fürs im Keller fehlende Licht für die Algentanks sorgen.

Die Abwärme des Rechenzentrums wird auch für das Vertical Farming in den darüberliegenden Stockwerken verwendet, sodass drei Mal im Jahr geerntet werden könnte.

Die im Blockheizkraftwerk entstehende Wärme wiederum kann fürs Heizen des Gebäudes verwendet oder an andere Gebäude oder Betriebe verkauft werden. Alternativ wird sie durch einen thermischen Prozess in Nahkälte verwandelt – und wiederum selbst gebraucht oder verkauft.

Die von den Algen neben Methangas produzierte Biomasse kann ebenfalls extern weitergegeben werden – als energie- und proteinreiche Grundlage für z. B. Biobrennstoffe, Kosmetika oder Hartstoffprodukte.

 Spinnerei?

Offenbar nicht: Das Algenative Rechenzentrum ist inzwischen bei den 6. International DataCentre & Cloud Awards 2013 London mit dem „Judges Award 2013“, dem Oscar der RZ-Branche, ausgezeichnet worden.

Zwar reicht der Strom aus den Algen beim jetzigen Forschungsstand für die geplante Rechenzentrumsgröße noch nicht ganz aus. Andererseits wird in diesem Bereich so rege geforscht, dass heute geradezu wöchentlich neue Ergebnisse vorliegen. Vielleicht werden es in Zukunft keine Algen sein, die für Energie sorgen, sondern Bakterien, denen Mikroorganismen zugesetzt werden. Oder noch etwas anderes.

 Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit

Entwicklungen, die die Lebensqualität der Menschen erhöhen, gehört die Zukunft. Und letztlich nicht nur die Lebensqualität des Menschen, sondern seiner ganzen Umwelt. Denn es geht darum, die Erde und unseren Lebensraum für nachfolgende Generationen lebenswert zu erhalten und wieder zu einem ganz neuen Verständnis der Nachhaltigkeit zu finden.

Mehr Informationen zum Algenativen Rechenzentrum erhalten Sie unter:  +49(0)2241/14727-0 | info@prior1.com | www.prior1.com.

Quelle: Prior1 GmbH

 

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