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Was sind Algen?

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Keine Algen

Eine Definition für Algen sollte einfach zu finden und die Frage „was sind Algen“ damit auch schnell zu klären sein, oder? Ganz so trivial ist es scheinbar nicht. Gerade bin ich wieder über ein Beispiel gestolpert, dass in der Kommunikation nach außen scheinbar nicht immer mit dem erforderlichen Fachwissen agiert wird. Das kann dann schon mal zu Spott unter Kollegen führen, würde ich mal annehmen.

Grund für diesen Blog-Post ist ein Umstand, der mir immer wieder vor Augen geführt wird, wenn ich die Weiten des Internets nach Neuigkeiten aus der Algen-Branche durchstreife. Oft wird hier von Laien Bildmaterial eingesetzt, welches sachlich und fachlich nicht zum Text passt. Gerne werden Mikro-  mit Makroalgen verwechselt oder andere Wasserpflanzen den Algen zugeordnet.

Was bei einem Blogbeitrag eines interessierten Laien verzeihlich ist, kann sich negativ auf die Reputation eines Unternehmens oder Projektes auswirken, dass sich professionell mit Algen beschäftigt. In einer Pressemeldung der EU zum Projekt ALGAEDISK durften meine altersschwachen Augen heute mit einem gewissen Entsetzen Wasserlinsen als Titelbild identifizieren. Mittlerweile, muss ich leider sagen, ein schon klassisches Motiv das gerne mal bei Berichten über Mikroalgen herhalten muss. Auch wenn ich schon eine Weile aus dem Labor heraus bin und mir die Inhalte der Vorlesung „Grundlagen der Botanik“ lange nicht mehr in allen Details präsent sind – Wasserlinsen sind keine Algen! Schon gar keine Mikroalgen. Wasserlinsen sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Aronstabgewächse. Das nur mal angemerkt, um biologisch korrekt zu sein.

Generell wird unter dem Begriff Algen ja einiges subsummiert. Die meisten beziehen sich dabei auf „das glibberige Zeug am Strand“. Das mag im Einzelfall richtig sein. Wenn hier auf dem Blog von Algen gesprochen wird, dreht es sich jedoch meist um Mikroalgen. Bei dem, Begriff Algen sollte man zwischen Makroalgen und Mikroalgen unterscheiden. Letzter sind winzig klein und für das menschliche Auge nur als grünes Pulver oder grüne Flüssigkeit zu erkennen. Erst unter dem Mikroskop zeigen sie sich in ihrer wahren Pracht.

Manchmal wird in der Presse von einer Algenblüte berichtet, die für Menschen und Tiere gefährlich werden kann. Hierbei fällt manchmal auch der Begriff Rote Flut (Red Tide). Dann handelt es sich um Cyanobakterien, die oft ebenfalls als Algen (Blaualgen) bezeichnet werden, biologisch gesehen aber eigentlich zur oxygenen Photosynthese befähigte Bakterien sind. Das bekannteste Beispiel ist hier wohl das Cyanobakterium Spirulina. (Genau, die leckeren Tabletten auf ihrem Küchenregal sind gar kein gesundes Grünzeug sondern fiese Bakterien…!)

Mit Algen haben wir im deutschen Sprachgebrauch einen  Begriff, der viele Organismen umfasst. In der professionellen Kommunikation sollten aber tunlichst darauf geachtet werden, dass fachliche Fehler vermieden werden. Hier bietet es sich an, mit Dienstleistern zusammen zu arbeiten, die Fachwissen in Marketing und Biotechnologie mitbringen um hohe Qualität zu gewährleisten. Man verzeihe mir die Schleichwerbung, aber es ist schon erstaunlich, wie wenig sorgfältig oftmals das eigene Reputationsmanagement betrieben wird.

Was für den einen nur einfach Wasserlinsen anstatt Algen sind, können für den nächsten ein Zeichen der mangelnder Sorgfalt, oder schlimmer – fachlicher Mängel des Unternehmens oder der Projektbeteiligten sein.

 

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